Der Pfarrer und das Erbe

Sehr geehrte Damen und Herren,

in diesem neuen Kapitel soll jetzt nicht die Rede sein von dem real existierenden Pfarrer Neukirch. Wir beschäftigen uns statt dessen einmal wieder mit dem völlig frei erfundenen evangelischen Pfarrer, der keine Steuern hinterzogen hat.

Aber zunächst einmal möchte ich Ihnen die frei erfundene Familie des frei erfundenen evangelischen Pfarrers vorstellen. Wie Sie sehen, sind die Familienverhältnisse ziemlich kompliziert. Sie bemerken, daß die drei frei erfundenen Brüder dieselbe Mutter, aber verschiedene Väter haben:

der frei erfundener evangelischer Pfarrer
der frei erfundene große Bruder des frei erfundenen evangelischen Pfarrers
der frei erfundene kleine Bruder des frei erfundenen evangelischen Pfarrers
die frei erfundene gemeinsame Mutter der drei frei erfundenen Brüder
der frei erfundene Vater des frei erfundenen evangelischen Pfarrers und seines frei erfundenen großen Bruders
der frei erfundene Vater des frei erfundenen kleinen Bruders des frei erfundenen evangelischen Pfarrers

Nachdem sich unser völlig frei erfundener evangelischer Pfarrer geweigert hat, bei Ganoven Ede eine Versicherung gegen Vulkan - Ausbrüche zum Schutze seines Pfarrhauses abzuschließen - Ganoven Ede ist jetzt auch in die Erpresserbranche eingestiegen -, hat er mir Briefe zukommen lassen, die der frei erfundene kleine Bruder des frei erfundenen evangelischen Pfarrers an jenen geschrieben hat. Der Inhalt der Briefe ist nachweislich richtig, woraus folgt, daß der frei erfundene evangelische Pfarrer und sein frei erfundener großer Bruder ihren frei erfundenen kleinen Bruder - sicherlich vollkommen ohne Absicht - um sein Erbe betrogen haben.

Da dieser Brief selbstverständlich völlig frei erfunden ist, bestehen nach Auffassung meines frei erfundenen Rechtsanwaltes Dr. Heribert Jusdreher keine rechtlichen Bedenken gegen die Veröffentlichung des illegal beschafften Briefes:

20. 2. 2004
Liebe Brüder!
Es freut mich, daß Ihr meinen Brief gelesen habt. Dazu noch ein paar kleinere Erläuterungen. Bei der Abrechnung habe ich die Vorgaben zu Grunde gelegt, die Ihr immer angemahnt habt:
* Eine ganz normale Drittelung des mütterlichen Erbes
* Die Unterhaltsleistungen, die unsere Mutter für mich erbracht hat, habe ich berücksicht
Des weiteren dürfte auch ein Konsens über die Frage bestehen, daß Euch allein das Vermögen Eures verstorbenen Vaters zusteht, und mir dem zu Folge allein das Vermögen meines verstorbenen Vaters. Auch diesen Punkt habe ich bei der Abrechnung berücksichtigt.
Aus Eurer Reaktion schließe ich, daß Ihr keine grundsätzlichen Zweifel an der Korrektheit der Abrechnung hegt, und Ihr damit die Abrechnung anerkennt.
Euer Einwand, Ihr hättet einen größeren Anteil vom Erbe verdient, weil Ihr ein "geregeltes Einkommen" habt und ich nicht, ist nicht von Relevanz. Eine Erbminderung könnte nur bei schwerwiegenden Fehlverhalten (Diebstahl, Körperverletzung u. ä.) zu Lasten des Erblassers in Frage kommen. Das ist nicht der Fall.
Mir stehen aus der Erbmasse meiner Eltern noch 101.400 € zu (zzgl. 8 % Zinsen p. a. ab dem 1. 3. 2004). Dieses Geld(vermögen) befindet sich derzeit in Eurem Besitz.
Interpretiert diese bisherigen Ausführung nicht als Zahlungsaufforderung. Ich weiß, daß das Geld nicht gerichtlich einklagbar ist.
Auch weise ich darauf hin, daß Eure Kinder im Falle meines Todes, diese besagten 101.400 € + Zinsen in keinem Falle erben würden - auch dann nicht, wenn es wider Erwarten zwischen uns zu einer einvernehmlichen Lösung bei der Frage des Erbes Eurer Kinder kommen sollte.
Da ich aber weiß, daß Ihr im Grunde sehr anständige und ehrliche Menschen seit, würde ich Eure freiwillige, ohne Rechtsgrund erfolgende Zahlung annehmen, um Euer Gewissen zu erleichtern.
An den Konditionen für ein evt. Erbe Eurer Kinder hat sich hingegen nichts geändert. Ich bin ehrlich, ich habe die Konditionen absichtlich sehr ungünstig gemacht, weil ich schon lange - sehr lange - nicht mehr will, daß mich Eure Kinder einst beerben. Auf das Geld, was Ihr für das Erbe zahlen müßtet, verzichte ich daher gerne. Das Geld wäre ja ohnehin nur "geliehen", da es nach meinem Tode Eure Kinder wieder zurückerhalten würden.

13. 2. 04

Liebe Brüder!

So, dann wollen wir mal versuchen, die ganze Angelegenheit vernünftig zu diskutieren. Unsere Auseinandersetzung dauert nun jetzt schon fast 11 Jahre, und irgendwann sollten wir zu einer Lösung kommen - nicht nur in unserem eigenen Interesse.

GRUNDTHEMA: DIE ERBAUSEINANDERSETZUNG


THEMA 1: DAS ERBE EURES VATERS
Euer Vater verstarb drei Monate nachdem er das Haus am Stadtgarten gekauft hatte im Jahe 1949. Er hinterließ kein Testament, so daß nach der gesetzlichen Erbfolge Ihr beide und unsere Mutter jeweils ein Drittel des Hauses erbtet. Euer Vater hat zwar das Haus gekauft, aber er hat es wegen seines frühen Todes nicht bezahlen können. Den Gesamtwert des Vermögens Eures Vaters recherchierte ich mit 1.500,-- DM. Im Jahre 1957 hat es dann eine notarielle Auseinandersetzung gegeben, durch die unsere Mutter Alleineigentümerin des Hauses wurde. Euch wurde eine Abfindung in Höhe von jeweils 3.000,-- DM zugesprochen, die Ihr bei dem Verkauf des Hauses ausgezahlt bekommen solltet. Die Zinsen - aber das waren ohnehin nur 10 DM im Monat - sollten für Euren Lebensunterhalt verwendet werden. Diese Abfindungen wurden Euch beim Verkauf des Hauses im Jahre 1981 tatsächlich ausgezahlt, die Originalzahlungsbelege der Sparkasse hatte ich dem Gericht zum Nachweis vorgelegt.
ERGO: IHR HABT DAS ERBE EURES VATERS VOLLSTÄNDIG ERHALTEN, BEI DEN EIGENTUMSWOHNUNGEN, DIE IHR VON DER MUTTER ERHALTEN HABT, HANDELTE ES SICH NICHT UM EUER VÄTERLICHES ERBE.
Mein Saldo: +/- 0

THEMA 2: DAS ERBE MEINES VATERS
Das Erbe meines im Jahre 1975 verstorbenen Vaters bestand im wesentlichen aus dem Haus in Ostwestfalen, dazu gab es noch kleinere Bankkonten. Der Gesamtwert meines väterlichen Erbes betrug ca. 100.000,-- DM. Von diesem Geld habe ich Anfang der 80ger Jahre einmal 40.000,-- DM und später noch einmal 20.000,- DM erhalten (Nachweis: Schriftsatz Eures Anwalts an das LG Bochum). Das bedeutet, daß ich 40.000,-- DM aus dem Nachlaß meines Vaters nicht erhalten habe, sondern, daß dieses Geld in die mütterliche Vermögensmasse eingeflossen ist - während Ihr, wie schon beschrieben Euer väterliches Erbe vollständig erhalten habt. 40.000,-- DM von damals sind nach heutiger Kaufkraft etwa 45.000,- €. Dieses Geld steht mir vollständig zu.
Mein Saldo: 45.000 € haben

THEMA 3: DIE UNTERHALTSLEISTUNGEN MEINES VATERS
Mein Vater ist 20 Jahre lang für Euren Unterhalt mit aufgekommen. Die Unterhaltskosten für ein Kind betragen nach heutiger Kaufkraft etwa 500 € / Monat. Da Ihr noch andere Einkünfte hattet (Renten) setze ich ein Unterhaltsleistungsgeld in Höhe von 150 € pro Monat und Kind an. Der Gesamtbetrag beträgt 72.000 €. Mein väterliches Erbe ist um diesen Betrag geringer ausgefallen, weil mein Vater für Euch fremde Kinder gezahlt hat. Dieses Geld steht mir also vollständig zu.
Mein Saldo: 112.000 € haben

THEMA 4: DIE UNTERHALTSLEISTUNGEN UNSERER MUTTER
Umgekehrt ist unsere Mutter auch für meinen Unterhalt von 1975 bis 1993 mit aufgekommen. Da ich noch andere Einkünfte hatte, bis 1980 Waisenrente und bis 1993 das Blindengeld unserer Großmutter, die ich betreute, kann man auch hier die Kosten mit 150 € / M. ansetzen. Ich denke zwar, daß es ein Unterschied ist, ob man für eigene Kinder oder für fremde Kinder sorgt, aber ich möchte großzügig sein: Von diesen 150 € / M. stehen Euch also 2/3 zu und mir 1/3. Mein soll: 21.600 €
Mein Saldo 90.400 € haben.

THEMA 5: DIE EIGENTUMS WOHNUNGEN, DIE IHR BEKOMMEN HABT
Die Wohnungen, die Ihr von unserer Mutter bekommen habt, repräsentieren nach heutiger Kaufkraft einen Wert von etwa 120.000 €. Davon steht mir ein Drittel zu. Mein haben 40.000 €
Mein Saldo 130.400 € haben

THEMA 6: SONSTIGE LEISTUNGEN UNSERER MUTTER
Laut Auskunft einer Freundin unserer Mutter aus Sodingen hat der größere von Euch im Jahre 1980, als seine Ehe wegen dieser vielen gescheiterten Schwangerschaften auf der Kippe stand, eine Zahlung in Höhe von 30.000,-- DM von unserer Mutter erhalten, damit er für den Fall des Fallles abgesichert ist. Von diesem Geld steht mir ein Drittel zu. Mein haben nach heutiger Kaufkraft 13.000 €
Mein Saldo 143.400 € haben

THEMA 7: DER NACHLASS UNSERER VERSTORBENEN MUTTER
Der Gesamtwert des Nachlasses unserer Mutter betrug im Jahre 1993 etwa 300.000,-- DM, nach heutiger Kaufkraft sind das etwa 200.000 €. In diesem Betrag sind die 45.000 € enthalten, die dem Nachlaß meines Vaters entstammten (siehe unter "Thema 3"). Von dem Nachlaß hattet Ihr ca. 70.000,-- DM erhalten, nach heutiger Kaufkraft also ca. 47.000 €, und ich den Restbetrag in Höhe von 108.000 €. Bei einer üblichen Drittelung des Erbes hätten mir 52.000 € und Euch 104.000 € (nach heutiger Kaufkraft) zugestanden. Ich habe also 56.000 € nach heutiger Kaufkraft zu viel erhalten. Mein soll: 56.000 €. Die Prozeßkosten und Nebenkosten in Höhe von 20.000,-- DM werden nach dem Verursacherprinzip reguliert, sind also vollständig von Euch zu tragen. Mein haben 14.000 € nach heutiger Kaufkraft. Insgesamt beträgt mein soll aus dem Nachlaß unserer Mutter 42.000 € nach heutiger Kaufkraft.
Mein Saldo: 101.400 € haben

Selbst, wenn wir von einer normalen Drittelung des Erbes ausgehen, habe ich also gut 100.000 € (nach heutiger Kaufkraft) aus dem Erbe unserer Mutter und meines Vaters zu wenig erhalten. Äußert Euch mal dazu!

Mit den besten Grüßen, Eurer kleiner Bruder

Ja, sehr geehrte Leserinnen und Leser,
Sie wollen natürlich wissen, wie diese Geschichte ausgehen wird.
Da ja unser völlig frei erfundene evangelischer Pfarrer vom Grunde seines Herzens her ja ein wirklich guter Mensch ist - wer möchte je daran zweifeln? -, wird er sicherlich schon bald das Geld, daß er zu Unrecht erhalten hat, dem rechtmäßigen Eigentümer erstatten.
Dann nimmt diese Geschichte ein"Happy End!"
Ihr Joachim Koßmann


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