Joachim Koßmann: Gedanken über Gerechtigkeit
(keine Satire!)

Der heldenhafte Kampf für Kaiser, Führer, aber auch für "demokratische" Herrscher...

Ist es gerecht, daß Menschen gegen ihren Willen gezwungen werden, in den Krieg zu ziehen?

Ist es gerecht, daß wahrscheinlich 99 % aller Kriegsopfer unschuldig sind am Kriege?

Die Antworten auf obige Fragen werden Ihnen wahrscheinlich recht leicht fallen, meine Damen und Herren. Die meisten von uns haben ein gesundes Rechtsempfinden. Für Christen basiert es auf den zehn Geboten, für Moslems auf dem Koran, und für Atheisten auf humanistischen Werten. Das Ergebnis ist aber de facto ungefähr gleich.

Ein kleines Kind wird laut schreien, wenn man ihm seine Schokolade wegnimmt. Es ist schwer zu ertragen, wenn man ungerecht behandelt worden ist, vor allem, wenn der Schädiger keine Einsicht zeigt und sich weigert, den Schaden wieder gut zu machen. Im Laufe des Lebens muß man lernen, Unrecht zu ertragen und erlittenes Unrecht zu bewältigen. Allerdings hat die Leidensfähigkeit eines jeden Menschen natürliche Grenzen. Das ist gut so, man muß sich wehren, wenn man angegriffen wird, um sein Leben erhalten zu können. Noch wichtiger ist es aber, den Angreifer zu erziehen, solche Praktiken künftig zu unterlassen.

Kommen wir nun zu meinem Fall, der den Leser/innen dieser Website bereits hinlänglich bekannt sein dürfte.

Hier zur Erinnerung:
Nachdem sich bei der Berufungsverhandlung vor dem Bochumer Landgericht herausgestellt hatte, daß auf Grund der parteiischen Ermittlungsarbeit der Staatsanwaltschaft der Tatverdacht gegen mich und andere nicht aufgeklärt worden war, unterstellte mir die Richterin, ich würde den Zeugen nach dem Leben trachten und drohte mir mit der Einweisung in die Psychiatrie, damit ich die Berufung wieder zurücknehme. Für diese Unterstellung gibt es selbstverständlich keine objektiven Anhaltspunkte.

Ich hatte durch die Verurteilung meines Arbeitsplatz bei der ARAG - Lebensversicherung verloren und konnte, was wesentlich schlimmer war, wegen der im polizeilichen Führungszeugnis eingetragenen Vorstrafe keine neue Arbeit mehr finden. Die Hintergründe der Verurteilung kann natürlich kein potentieller Arbeitgeber abschätzen. Nach Ablauf der Bewährungszeit war ich zwischenzeitlich zu alt, um noch eine neue Arbeits- bzw. Ausbildungsstelle finden zu können.

Ich wandte mich in meiner Sache an die Öffentlichkeit, zunächst mit einer Flugblattaktion, später durch das Internet.Unter anderen hatte ich einen evangelischen Pfarrer beschuldigt, Steuern hinterzogen zu haben. Die staatlichen und kirchlichen Behörden reagierten sehr unwirsch. Die Bochumer Staatsanwaltschaft erhob Klage gegen mich wegen Verleumdung, obgleich sich der Pfarrer nachweislich selbst bezichtigt hatte, Steuern zu hinterziehen. Obgleich es auch nicht die allergeringsten Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Selbstbezichtigung gibt, bezeichnete das AG Herne sie als "fixe Idee", und der Staatsanwalt verlangte sogar meine Inhaftierung.

"Du Idiot, wenn Du eine Rechnung willst, gehe zum Friedhofsgärtner!"

Diese handgeschriebene Postkarte, versehen mit kompletter Absenderangabe, Telefonnummer und Bankverbindung des großen Bruders des Pfarrers, sowie mit der Telefonnumer des Pfarrers (aus rechtlichen Gründen darf ich diese Daten nicht veröffentlichen), erhielt ich, nachdem ich mich geweigert hatte, die Herrichtung einer Gruft zu bezahlen.

Sie werden mir zustimmen, daß es allgemein üblich ist, für illegale Geschäfte keine schriftlichen Belege auszustellen.

Ich fühle mich ungerecht behandelt, um es gelinde zu formulieren. Die Justiz zerstörte meine Existenz, allein mein Verdienstverlust beträgt ca. eine Mio. Euro.

Noch schlimmer ist es allerdings, daß ich erneut zum Opfer der Justiz werden könnte. Aus diesem Grunde ist für mich die Auswanderung aus der Bundesrepublik Deutschland unerläßlich, weil ich hier nicht mehr sicher bin. Die geplante Auswanderung nach Kanada ist leider ziemlich teuer...

Schadensersatz bekomme ich nicht. Wenn ich mich auf langwierige, kosten- und nervenintensive Prozesse einlassen würde, würde ich zum Schluß doch nur mit einem Bagatellbetrag abgespeist. Daher habe ich mich dazu entschlossen, die Affäre zu vermarkten. Ich werde einen Lizenznehmer für die Produktion eines Dokumentarfilms suchen, der Nettopreis beträgt zwei Mio. Euro. Die Lizenz kann von jederman erworben werden.

Aber nicht nur mir sind Schäden durch die Justiz zugefügt worden, sondern auch der Allgemeinheit. Da ich kein Geld verdienen konnte, zahlte ich auch keine Steuern: Einnahmeverlust des Finanzamtes ca. 500.000 Euro. Da ich sparsam leben muß, kann ich nicht durch meinen Konsum Arbeitsplätze anderer Menschen sichern. Weitere Kosten in Höhe von ca. 500.000 Euro würden enstehen, wenn der Staat bis an mein Lebensende für mich aufkommen müßte. Der Gesamtschaden beträgt also schon jetzt in jedem Fall mindestens ca. eine Mio. Euro. Das weltweite Bekanntwerden der Ereignisse könnte dem Staat jedoch noch wesentlich größere Schäden und Kosten zufügen.

...und damit allen von Ihnen, meine Damen und Herren! Der durch die Justiz verursachte Gesamtschaden muß so oder so von vielen ehrlichen, anständigen und fleißigen kleinen Steuerzahlern aufgebracht werden, und mit diesem Geld könnte man ja gewiß etwas besseres anfangen!

Nun argwöhnte Pfarrer X., ich wolle mich auf Kosten dieser "kleinen Leute" sanieren wollen. Ich müsse dewegen ein schlechtes Gewissen haben, denn so was wäre asozial. Nun, ich will Ihnen jetzt in diesem Zusammenhang Vergleiche mit der Kirche ersparen, es geht in diesem Kapitel um meinen Fall.

Nein, es geht eben nicht nur um meinen Fall! Solche Praktiken sind in diesem Lande völlig üblich, wie mir mehrere Rechtsanwälte unabhängig voneinander bestätigt hatten. Richter und Staatsanwälte können machen was sie wollen, jeder kann Opfer ihrer Willkür werden! Rechtsanwälte, die ja eigentlich die Interessen ihrer Mandanten vertreten sollten, denken in der Regel nur an ihr Honorar und scheuen Konflikte. Eine wirkungsvolle Kontrolle der Justiz muß her, so wie Politiker kontrolliert werden müssen!

Mit meinem Publikationen leiste ich also AUCH EINEN BEITRAG, daß sich solche Fälle in Zukunft nicht mehr wiederholen werden. Unter dem Strich führen meine Veröffentlichungen also sogar zu einer erheblichen finanziellen Entlastung des "kleinen, ehrlichen Steuerzahlers", so daß ich ihm gegenüber kein schlechtes Gewissen zu haben brauche.

Ihr Joachim Koßmann

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