"Gott" ist nicht medienwirksam!


Joachim Koßmann

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Erfolg von anticlerus.com überrascht mich selbst. Die Einschaltquoten übertreffen in letzter Zeit sogar pro-kirchenaustritt.de. Mein Kalkül, auch mit Humor Menschen erreichen zu können, ist aufgegangen.

Dazu hat sicherlich auch unser Pfarrer X., der der irrigen Auffassung ist, er wäre mit meiner Pfarrer - Satire gemeint, beigetragen. Er nutzt fleißig das "Gästebuch für verrückte evangelische Pfarrer" für die anonyme Verbreitung seiner Diffamierungen. Damit macht er sich selbst lächerlich und nimmt mir Arbeit ab. Aber von dem Pfarrer Neukirch soll hier jetzt mal nicht die Rede sein, denn so wichtig ist ein kleiner Provinzpfarrer nun auch wieder nicht...

Kritisiert werden zuweilen auch meine Jesus - Satiren. Meine Absicht besteht darin, den absolut lächerlichen christlichen Jesuskult zu karrikieren. Nur, weil vor mittlerweile 2000 Jahren ein einziger Mensch sein Leben geopfert haben soll, veranstalten Christen aller Art diesen Märtyrerkult. An die vielen Millionen anderer Menschen, die seitdem durch das Christentum auf grausamste Weise um´s Leben gekommen sind, denkt dabei niemand. Welches Opfer hätte Jesus durch seinen Tod zudem schon gebracht - er wäre sich ja seiner Wiederauferstehung sicher gewesen?

Wäre Jesus statt dessen von der Straßenbahn überfahren worden, wäre er schon seit Jahrhunderten vollkommen vergessen. ...und es würde wahrscheinlich gar kein Christentum geben. Die Grundlage der christlichen Religionen ist sehr schwach.

Immerhin, Jesus ist noch etwas relativ Handfestes, etwas Realisierbares, ja auch etwas menschliches, weil er ja mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit tatsächlich gelebt hat. Außerdem ist Jesus "sauber", er verkörpert für die Christen und auch für manche andere das absolut "Reine", das "Gute", aber auf jeden Fall nur Positives.

Bei dem "lieben Gott" ist das ja nun nicht mehr der Fall. Nachdem große Teile der gläubigen Christenheit den Teufel wegrationalisiert haben, ist ja "Gott" auch für alles Negative und Böse verantwirtlich. "Gott" ist verantwortlich für Kriege, Völkermorde und so weiter. Es war eben "Gottes Wille". So wird manchen Christen Ihr eigener Gott lästig. Tendenzen zur Entwicklung einer gottlosen christlichen Religion sind unverkennbar. "Gott" polarisiert nicht mehr, er ist also nur noch ein Auslaufmodell, er karrikiert sich im Grunde genommen selbst und führt sich ad absurdum.

Was soll man da noch viel karrikieren? Offen gestanden, mir fallen gar keine Witze ein. Ein alter, greiser Mann mit Bart, der auf einer Wolke sitzt, darum ein paar Engelein mit einer Harfe - total langweilig, damit läßt sich kein Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken.

Ein Leser äußerte die Vermutung, ich hätte Angst vor den Juden. Zum Thema "Judentum" habe ich bereits seit Herbst 2001 ein Kapitel in der amerikanischen Fassung von pro-liberal.com veröffentlicht (keine Satire!). Auf einen deutschen Text habe ich verzichtet, weil ich nichts gravierend Neues dazu zu sagen habe, und die Leute genug haben von der ständigen Vergangenheitsbewältigung mit dem Dritten Reich und Auschwitz.

Ich denke, daß ich mir auch Satiren über den Teufel sparen kann. Der gehört zwar ursprünglich auch zur Religion, aber er spielt keine Rolle mehr. Viele Christen haben selbst erkannt, daß der Teufelsglaube lächerlich ist.

Weite Teile der ehemaligen Christenheit sind also auf dem richtigen Wege, auf dem Weg zum Atheismus! Gut so!

Startseite "Christentum"